Ein Lärchen-Arvenwald am Gletscherrand 1933 wurde der Aletschwald durch die Naturschutzorganisation Pro Natura unter absoluten Schutz gestellt. Seither besuchen jährlich 50'000 bis 70'000 Personen das rund 410 Hektaren grosse Naturreservat. Der aufmerksame Wanderer erlebt in diesem Wald eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt, trifft auf die Spuren des Gletschers - und begegnet den ältesten Bäumen der Schweiz (600 - 700 Jahre alt). Aus Eis wird Wald Noch vor 10'000 Jahren, am Ende der letzten Eiszeit, war das Gebiet des Aletschwaldes unter einem mächtigen Eispanzer begraben. Der Rand des Aletschgletschers reichte damals fast bis auf die Riederfurka und im Aletschwald hinterliess der Gletscher um diese Zeit eine riesige Seitenmoräne, die auch heute noch wunderschön zu sehen ist (Moränenweg!). Seither hat sich der Gletscher aber nicht kontinuierlich auf sein heutiges Niveau zurückgezogen. Vielmehr wuchsen die Gletscher im gesamten Alpenraum während den so genannten kleinen Eiszeiten immer wieder mehr oder weniger stark an. Diese Vorstösse haben in der Landschaft und vor allem auch bei der Vegetation deutlich Spuren hinterlassen.
Von der Übernutzung zum Schutzgebiet Der Aletschwald war aber nicht immer ein Schutzgebiet. Vielmehr wurde er früher durch Beweidung und Holzwirtschaft stark genutzt. Während die Beweidung den Jungwuchs zerstörte, liess die Holzwirtschaft nur die ältesten Bäume stehen. Die Folge war ein stark überalterter Wald mit düsteren Zukunftsaussichten. Erst nach langen Verhandlungen mit der Burgergemeinde Ried-Mörel konnte Pro Natura den Wald 1933 auf die Dauer von 99 Jahren pachten und in der Folge unter absoluten Schutz stellen. 1999 konnte das bestehende Reservat durch einen neuen Vertrag vergrössert werden, so dass es heute rund 410 Hektaren umfasst.